Heinrich Böll
4.3.2018
Gestern bin war es garstig feucht-kühl. Ich verkroch mich eine gute Weile in meine Stamm-Bücher-Brocky. Und griff noch mit klammen Fingern nach einem Buch. Heinrich Böll
"Widerstand ist ein Freiheitsrecht...
Schriften und Reden zu Literatur, Politik und Zeitgeschichte."
Er nennt seine Literatur stolz Trümmerliteratur.
Das Auge ist das wichtigste Werkzeug des Schriftstellers. Das Auge, welches das Milieu detailverliebt betrachtet und den betrachteten Dingen Namen gibt.
Nachkriegsschmerz
Orientierungslosigkeit
Balanceakt-Hoffnung-Zukunft
Brücken wiederaufbauen, keine Mauer!
Heinrich Böll war im Krieg und hat das bitterlich bereut. Böll hat in Köln auf seine Art am Wiederaufbau mitgetan. Er ist nicht abgehauen, nur kurze Zeit nach Irland geflohen. Dieser Böll mahnt uns also in unserem Alltag genau hinzuschauen, um uns nicht blenden zu lassen. Die kleinen Dinge, die scheinbar alltäglichen sind die tragenden Elemente des Lebens.
Und dann kommt es in der zweiten Geschichte "Faustdick". Die Geschichte handelt vom abgesetzten ägyptischen König Faruk. Böll schreibt: "Wir haben uns daran gewöhnt, hin und wieder, in einem bestimmten, für uns nicht kontrollierbaren Rhythmus, das Gesicht ägyptischen Exkönigs Faruk auftauchen zu sehen: in der Illustrierten, in der Wochenschau, in unserer Tageszeitung. Wir kennen ihn, vielmehr, glauben.Ihn zu kennen: diesen Menschen, von dem wir im Grunde fast gar nichts wissen, als ein paar immer wiederkehrende, immer wieder genannte "Fakten", die geeignet sind, ihn uns unsympathisch erscheinen zu lassen. In Wirklichkeit wissen nichts ihm, der einmal Prinz war, ein junger Mensch, der genauso seine Ideale hatte wie mancher andere junge Prinz, sie offenbar verlor, alles er hinter die Kulissen der Politik zu sehen anfing..."!
Ich war erstaunt. Weshalb verteidigt, der Nachkriegsliterat Böll König Faruk. Dann fand ich einen Artikel über König Faruk im Spiegel. Und ich verstand den Aerger Bölls sogleich!
hier der Artikel:
Ich war erstaunt. Weshalb verteidigt, der Nachkriegsliterat Böll König Faruk. Dann fand ich einen Artikel über König Faruk im Spiegel. Und ich verstand den Aerger Bölls sogleich!
hier der Artikel:
20.03.1967
ÄGYPTEN / FARUKHaschisch mit Honig
Gegen 22 Uhr wuchtete sich der 130-Kilo-Mann aus dem Sessel, schaltete das Fernsehen ab und ging ins Schlafzimmer. Sechs Sandwiches und vier Tüten Kartoffelchips hatte Ägyptens Ex-König Faruk, 45, vor dem Heimkino mit drei Flaschen Soda hinuntergespült. Nun wollte er essen gehen.
Aus der obersten Schublade seiner Kommode holte er eine 6,35-Millimeter-Beretta-Pistole im Halfter und schnallte sie auf die linke Seite seines überbordenden Bauches. In die Taschen stopfte er zwei 1000-Dollar-Noten, einige 10 000-Lire-Scheine und zwei goldene Dosen mit Pillen gegen zu hohen Blutdruck und Nierenbeschwerden. Es war der 17. März 1965. Der Vertriebene rüstete sich in Rom zu seiner 4252. Nacht im Exil.
Im weißen Fiat 2300 fuhr Faruk zunächst zu seiner bevorzugten Gefährtin Irma Capece Minutolo, 20, der fülligen Tochter eines neapolitanischen Taxifahrers. Doch er blieb nur auf einen kurzen Imbiß. Dann flitzte er zur Auserwählten dieser Nacht, Annamaria Gatti, 25, nicht besonders hübsch, aber hübsch üppig.
Es war Mitternacht, als sich das Paar im Restaurant "Isle de France" niederließ. Faruk eröffnete mit zwölf durch Tabasco-Sauce geschärften Austern; dazu einem Liter "Evian"-Mineralwasser. Darauf attackierte er eine Hammelkeule für vier Personen mit Pommes frites, Bohnen und Salat; dazu Ingwerlimonade. Ein Sahne-Dessert und ein paar Flaschen Coca-Cola bildeten den Schluß. Behaglich lehnte sich Faruk zurück und entzündete eine Havanna. Plötzlich erzitterte der Koloß, die Zigarre entglitt ihm, der Kopf kippte nach hinten, die weit aufgerissenen Augen starrten zur Decke: Gehirnschlag.
So starb der einst mächtigste Monarch des Morgenlandes, wie er gelebt hatte: im Banne des Ewig-Weiblichen und Ewig-Leiblichen.
Das Symbol eines vergeudeten Lebens war tot. Seine Mutter: "Er war ein Monster." Nichts erinnerte daran, daß demselben Mann 28 Jahre zuvor eine der glanzvollsten Königskarrieren bevorzustehen schien.
Gut aussehend, intelligent und in England erzogen, hatte Faruk 1937 nach dem Tode seines Vaters als Siebzehnjähriger den Thron bestiegen. Sofort begann er mit kühnen sozialen Reformen. Er wurde Ägyptens populärster Potentat. Das Volk liebte ihn, und der Ministerpräsident des Libanon schwärmte: "Er ist nicht nur der König von Ägypten, sondern der König aller Araber."
Die rätselhafte Wandlung vom bewunderten Monarchen zum verachteten Lebemann hat erst jetzt der amerikanische Autor Michael Stern, 55, in einer Faruk-Biographie zu erklären versucht*.
Biograph Stern, zwölf Jahre lang Faruks Nachbar in Rom, sprach mit Ministern und Mätressen, Politikern und Psychologen. Sein Ergebnis: Faruk stand unter dem Zwang einer ruinösen Neurose,. die seine Beziehung zum anderen Geschlecht schon trübte, als er noch ein stattlicher junger Pharao war, und die sein Leben zerstörte. Er wollte siegen, wo er nicht siegen konnte, stark erschei-
* Michael Stern: "Farouk". Verlag Bantam Books, New York; 280 Seiten; 75 Cent. Deutsche Rechte Bechtle Verlag, München.
nen, wo er schwach war. Denn dort, wo ein Mann nach dem klassischen arabischen Liebeslehrer Scheich Nefzaui "mindestens anderthalb Handbreiten" lang sein muß, war der König kindlich kurz geblieben: maximal eine halbe Handbreite.
Das körperliche Handikap wurde beim heranwachsenden König zum Komplex. Er suchte als junger Mann Qualität durch Quantität zu kompensieren; Was immer er tat, tat er maßlos. Fuhr er Auto, raste er (seine Spezialhupe jaulte wie ein überfahrener Hund). Wenn er aß, fraß er (zwölf Eier zum Frühstück). Am Spieltisch setzte er aberwitzig (Einzeleinsatz bis zu 25 000 Dollar). Witterte er Geld, log, stahl und betrog er (einschließlich Leichenfledderei). Über allen Lastern aber stand seine Gier nach Frauen.
Bevor er als junger Herrscher seine erste Frau Farida heiratete (Biograph Stern: "Faruk fürchtete, in der Hochzeitsnacht zu versagen"), versprach er seiner Mutter, der Auserwählten "für den Rest meines Lebens treu zu sein". Er brach das Versprechen nach Schätzungen seines Biographen mit etwa 5000 Frauen.
Die Frau, die Faruk den Weg aus seinen Nöten in seine endlosen Abenteuer wies, war die französische Nachtklub-Sängerin Annie Berner aus Marseille. Sie war eben erst 20, als der König sie in Kairos Nachtklub "Scarabée" traf, in seinen weißen Cadillac verlud und auf einen von Auto-Liebhabern bevorzugten Parkplatz an der Straße von Kairo nach Heliopolis chauffierte.
Gerade in dieser Nacht machte die ägyptische Sittenpolizei Razzia; ein Photoreporter des Wochenblattes "Al Mussawar" war dabei. Mit einer Maschinenpistole ging der ertappte Monarch auf die Störenfriede los, zerschmetterte den Photoapparat des Reporters am Boden und feuerte eine MP-Salve in die Luft. Dann lachte er brüllend auf, gab Gas und verschwand mit Annie im Dunkel. Sie wurde trotz ihrer Jugend seine Lehrmeisterin, und er vergaß nie ihre erste Lektion, die sie ihm in dieser Nacht auf dem Cadillac-Rücksitz erteilte: "Es kommt nicht auf die Größe an, es kommt darauf an, was du damit machst."
Die teuersten Nachtklubs Kairos hielten stets einen Tisch für den König reserviert. Unverhohlen stellte .Faruk jedem Rock nach, dessen Inhalt ihm gefiel. Luftlinien-Stewardessen wurden nachts in ihrem Hotel geweckt, mit der Begründung, der Monarch erwarte sie in seinem Palast. Ein amerikanischer Luftwaffenmajor, dessen Frau Faruks Aufmerksamkeit erregt hatte, wurde von der US-Botschaft überstürzt versetzt. Die Filmschauspielerin Nadja Gray, die m Begleitung einen Klub besuchte, erhielt eine Einladung an den königlichen Tisch mit dem Zusatz: "Diese Einladung, Madame, gilt nur für Sie."
Selbst Königinnen waren vor Faruk nicht sicher. Als die griechische Herrscherin Friederike mit ihrem Mann Ägypten einen Staatsbesuch abstattete, plauderte sie eines Abends mit der Königin Farida. Da trat Faruk ein, befahl seiner Frau, den Raum zu verlassen, löschte einige Lichter und kam auf die junge griechische Königin zu. Sie bluffte "Haben Sie den großen Mann direkt vor der Tür gesehen? In der Uniform eines Admirals? Das. ist mein Mann, und ich liebe ihn sehr." Faruk hielt inne, lachte, schaltete das Licht wieder ein und verließ die Szene.
Einmal wurde der Monarch im Schlafzimmer einer Engländerin, deren Ehemann nach Alexandria gereist war, durch Geräusche im Erdgeschoß gestört. "O mein Gott, das ist mein Mann", entsetzte sich die Dame des Hauses. Der König ohne Kleider wurde auf dem Balkon abgestellt. Stundenlang wartete er im nächtlichen Regen zitternd und fluchend, bis seine Leidensgefährtin ihn aus dem Haus lassen konnte. "Ich liebe keine schwierigen Frauen", pflegte Faruk seine Erzählung über diese Nacht zu beenden. "Ich sah sie nie wieder."
Mit der jüdischen Schauspielerin Lillian Cohen verabredete sich der arabische Herrscher für ein Wochenende auf Zypern. Er flog mit seiner Privatmaschine über das Mittelmeer zum Rendezvous" und als die Schauspielerin am nächsten Morgen erwachte, fand sie auf ihrem Nachttisch 50 Pfund. Der König war, schon wieder entwichen. Washingtons Nahost-Experten aber witterten hinter dem Abstecher die Vorbesprechung für einen türkisch -- ägyptischen Pakt.
Faruks Freuden entzündeten sich nur an üppigen Kurven. Ein junges, französisches Starlet, das neben Audrey Hepburn und Cary Grant in dem Film "Charade" eine kleine Rolle gespielt hatte, war verdutzt, aus dem Schlafzimmer des damals schon emigrierten Faruk im letzten Augenblick nach fruchtlosen Versuchen mit 41 Dollar und der Entschuldigung entlassen zu werden: "Meine Liebe, Sie sind mir zu dürr."
Faruk war Nachkomme eines albanischen Söldnerhauptmanns, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit einer Streitmacht des türkischen Sultans nach Ägypten einrückte und sich durch Gewalt und List zum Wesir des Landes aufwarf.
Wie sein Ahnherr, so fühlte sich auch
Faruk nicht als Ägypter, verachtete das Volk, über das er herrschte, und umgab sich mit ausländischen Ratgebern, deren mächtigster ein öliger Italiener namens Antonio Pulli wurde.
Pulli hatte sich als junger Elektriker das. Vertrauen Faruks erworben, als er ihm im Buhen-Alter eine elektrische Eisenbahn reparierte. Von jenem Tage an gewann Pulli durch Jahrzehnte ständig wachsenden. Einfluß.
Er wurde geadelt und Minister. In seinem Büro im Abdin-Palast hing ein gläserner Kasten an der Wand, in dem an 30 Haken 30 Schlüssel baumelten. Und an jedem Schlüssel klebte ein Zettel mit dem Namen einer Frau,. ihrer Adresse und der Beschreibung des Eingangs zu ihrem Haus -- Faruks letztes Aufgebot
Trotz der dringenden Bitte seiner Regierung, sich von den ausländischen Beratern zu trennen, hielt Faruk an Antonio Pulli und dessen drei Freunden fest. Nur zu einer Konzession fand er sich mit dem ihm eigenen Humor bereit: Er ließ sie zu Moslems machen und befahl, sie wie alle Moslems zu beschneiden.
Drei Italiener stimmten zu, einer aber weigerte sich. Faruk lud ihn zu einem Glas Wein ein, schüttete ein Betäubungsmittel hinein und ließ den Widerspenstigen im Schlaf zum Moslem schneiden.
Noch bei seiner Thronbesteigung schlank und wohlproportioniert, hatte Faruk damals schon jenen unappetitlichen Appetit entwickelt, der ihn zum Fettwanst aufquellen ließ. Ein reguläres Mittagessen enthielt Hummer, Brathuhn, Frikassee und Lammkotelett mit Kartoffeln, Erbsen, Reis und Artischocken; zum Nachtisch Pfirsiche mit Eiscreme. 300 frische Austern wurden jede Woche von Kopenhagen nach Kairo eingeflogen.
Als Moslem nahm Faruk zwar Haschisch (mit Honig vermischt), aber er trank keinen Alkohol. Statt dessen schüttete er Unmengen Pepsi-Cola in sich hinein.
Er selbst war einer der größten Aktienbesitzer von Pepsi-Cola, und als in Ägypten das Gerücht zirkulierte, Pepsi-Cola enthalte Bestandteile des für Moslems verbotenen Schweinefleisches, ließ er den Mufti zu sich rufen und öffentlich verkünden, daß Allah mit dem Genuß von Cola-Getränken einverstanden sei. Faruks Pepsi-Cola-Aktien waren soviel wert wie nie zuvor.
Des Königs Geldgier war so legendär wie seine Neigung zum Schmausen und Schmusen.
Der US-Bankier Winthrop Aldrich, eine Zeitlang Botschafter am Hof von St. James, hatte bereits über den jungen Faruk geurteilt: "Ich habe noch keinen Laien getroffen, der über die internationalen Goldbewegungen so gut Bescheid weiß."
Als König eröffnete Faruk in der Schweiz mehrere Nummernkonten. Er füllte sie mit Hilfe internationaler Waffenhändler, durch die er seine Armee mit verrotteten Waffen ausrüsten ließ. Seine Jacht "Fakre-al-Behar", die er für 86 000 Dollar erworben hatte, verkaufte er seiner eigenen Regierung für 316 000 Dollar.
Bei einem Gastmahl im königlichen Abdin-Palast bat Faruk den Prinzen Seif el Islam, einen besonders kostbaren Dolch abzulegen. Der Dolch wurde einem Diener übergeben und nie wieder gesehen.
Als Faruks Schwester Fawzia, vorübergehend mit dem Schah von Persien verheiratet, zu Besuch in Kairo weilte, ließ Faruk aus ihrem Gepäck die persischen Kronjuwelen stehlen.
Des Schahs verstorbener Vater wurde in Ägypten beerdigt. Und obwohl Faruks Ehrengarde den aufgebahrten Leichnam bewachte, fehlte plötzlich das mit Edelsteinen besetzte Schahschwert.
Schah Resa Pahlewi zum ägyptischen Botschafter in Teheran: "Sagen Sie Ihrem König, er sei ein Dieb." Schwert und Kronjuwelen wurden erst nach der ägyptischen Revolution 1952 in Faruks Schatzkammern sichergestellt.
Vom Araber-König Ibn Saud pumpte sich Faruk 50 000 Goldpfund mit dem Versprechen, sie zurückzuzahlen, "wenn die Zeiten wieder besser sind". Er verbuchte das Darlehen als Einnahme mit der Bemerkung: "Bessere Zeiten werde ich nie mehr erleben."
Seine jährliche Apanage ("Ich bin ein armer König") betrug 1,8 Millionen Mark. Mehr als das Vierfache verlor er im gleichen Zeitraum allein am Spieltisch: acht Millionen Mark.
Wenn er beim Roulett oder Bakkarat gewann, summte er die Nationalhymne. Er summte selten. Und wenn er verlor, schreckte er vor keinem Betrug zurück.
Bei einer Poker-Partie hielt er drei Könige in der Hand, sein Gegenspieler aber hatte das noch bessere Blatt: ein Fullhouse. Unberührt begann Faruk, die Spielchips auf dem Tisch in seine Tasche zu stopfen.
"Aber Sie haben nur drei Könige", kam der laue Protest. Darauf Faruk: "Ich bin der vierte König."
In einer einzigen Nacht verlor Faruk 85 000 Dollar beim Chemin-de-fer. Doch als er in den Palast zurückkehrte, zählte er die Coca-Cola-Flaschen in seinem Eisschrank und ließ das gesamte Personal wecken, weil eine Flasche fehlte.
Seine erste Frau Farida, die ihm drei Töchter, aber keinen Erben schenkte, quälte er, bis sie in die Scheidung einwilligte.
Er erzählte ihr, daß die Gefährtin seiner letzten Nacht ihn angeschwärmt habe: "Majestät, Sie waren so gut, daß ich Sie bezahlen würde, wenn Sie nicht König wären."
Er verließ eine Gesellschaft vor ihren Augen mit seiner Geliebten und schlug ihr ins Gesicht, als sie sich darüber beklagte.
Er zeigte ihr ein mit Totenköpfen versehenes Päckchen, das angeblich ein giftiges Pulver enthielt, welches keine Spuren hinterlasse; Farida trank seitdem nur noch aus Flaschen, die in ihrer Gegenwart geöffnet worden waren.
Erst im heiligen Palästinakrieg gegen die Juden, als die Nation abgelenkt war, traute sich Faruk, seine vom Volk verehrte erste Frau zu verstoßen.
Die zweite, Narriman Sadek, hatte Antonio Pulli für ihn entdeckt. Pulli arrangierte ein scheinbar zufälliges Treffen der beiden bei einem Juwelier. Faruk zog der damals Sechzehnjährigen bei dieser ersten Begegnung ihren Verlobungsring vom Finger und sagte: "Sie sind jetzt verlobt mit Ihrem König." Narriman konnte ihm zwar einen Sohn gebären, bevor auch sie geschieden wurde, aber Faruks Schicksal war nicht mehr aufzuhalten; dem moralischen Verfall folgte der politische Sturz.
Als Ägyptens junge Offiziere 1952 den fetten Kapaun schließlich von seinem Thron und aus ihrem Lande vertrieben, da ließ er in seinem Palast in Alexandrien der Welt größte pornographische Sammlung an Photos, Büchern, Filmen und Apparaten zurück. Die neue ägyptische Regierung gestattete bei einer Auktion aller Faruk-Schätze nur jenen Käufern einen Blick hinein, die mehr als 500 Dollar bei der Versteigerung geopfert hatten.
In Rom stiegen zur selben Zeit, nach dem Einzug des vertriebenen Lotter-Königs, die Preise von 16 Dollar auf 32 Dollar pro Callgirl.
Weshalb musste man einen abgesetzten König derart schlecht machen? Aegypten war in den 20-50er eine offene Gesellschaft. Frankreich und Großbritannien bauten den Suezkanal. Dank dem Kanal konnte die Frachtschiffe der Kolonialstaaten Frankreich und UK viel schneller nach Indien und Südostasien. Der Kanal war eine Lebensader. Zudem ist Aegypten das bevölkerungsreichste muslimische Land und grenzt direkt an Israel. Aegypten musste demnach ganz durch die Konolialstaaten kontrolliert werden. Bereits als Faruk König haben englische "Berater" die neuralgischen Stellen besetzt. Der Kanal war komplett unter englischer Kontrolle. Faruk liess sich aber nicht alles gefallen. Deshalb wurde er bereits vor dem Putsch systematisch schlecht gemacht. Nach dem völkerrechtswidrigen Militärputsch (von UK, FR, Israel, USA finanziert), sollte das Bild des Königs nachhaltig schlecht gemacht werden. So schlecht, dass niemandem in den Sinn käme die ungerechte Absetzung zu hinterfragen.
Am Ende des Textes sagt Böll, dass es wichtig sei sich von den unwichtigen Nachrichten, welche uns in steter Wiederholung von den Medien aufgezwungen werden nicht blenden zu lassen. Damals (60er) sind täglich tausende von Menschen in Vietnam, Kambodscha und Laos durch Soldaten des Westens getötet worden. Darüber wurde herzlich wenig geschrieben. Gemäss Böll soll man sich mit dem auseinandersetzen, das man selber überschauen kann. Und den Medien nicht alles Glauben.
An Aktualität hat das nichts verloren. Auch heute sind in Syrien, Libyen, Afghanistan, Irak, Palästina, Sudan, Eritrea, Kongo, Namibia, Tschad Menschen erschossen worden, Menschen auf der Flucht. Westliche Soldaten sind in allen diesen Ländern stationiert. Darüber werden wir kaum etwas lesen.
Vielleicht sollte man auch "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" wieder einmal lesen. Wenn Menschen in den (von irgendjemandem werden die Medien ja finanziert) notorisch schlecht gemacht werden, nützt es denen die die Reportagen finanzieren.
Aktuell wird auf die Raiffaisenbank in der Schweiz geschossen. Ueber die Unicredit Geschäfte des Herrn Sergio Ermotti (CEO-UBS) hingegen hat man nie etwas gehört und wird wohl auch nie etwas gehören. Wenn die Mafiabanken die Parteikassen neutraler Staaten füllt, dann kann auch von den Medien keine neutrale Berichterstattung erwartet werden.
Fake-News gibt es schon lange.
Kriegsschmerz
Orientierungslosigkeit
Am Ende des Textes sagt Böll, dass es wichtig sei sich von den unwichtigen Nachrichten, welche uns in steter Wiederholung von den Medien aufgezwungen werden nicht blenden zu lassen. Damals (60er) sind täglich tausende von Menschen in Vietnam, Kambodscha und Laos durch Soldaten des Westens getötet worden. Darüber wurde herzlich wenig geschrieben. Gemäss Böll soll man sich mit dem auseinandersetzen, das man selber überschauen kann. Und den Medien nicht alles Glauben.
An Aktualität hat das nichts verloren. Auch heute sind in Syrien, Libyen, Afghanistan, Irak, Palästina, Sudan, Eritrea, Kongo, Namibia, Tschad Menschen erschossen worden, Menschen auf der Flucht. Westliche Soldaten sind in allen diesen Ländern stationiert. Darüber werden wir kaum etwas lesen.
Vielleicht sollte man auch "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" wieder einmal lesen. Wenn Menschen in den (von irgendjemandem werden die Medien ja finanziert) notorisch schlecht gemacht werden, nützt es denen die die Reportagen finanzieren.
Aktuell wird auf die Raiffaisenbank in der Schweiz geschossen. Ueber die Unicredit Geschäfte des Herrn Sergio Ermotti (CEO-UBS) hingegen hat man nie etwas gehört und wird wohl auch nie etwas gehören. Wenn die Mafiabanken die Parteikassen neutraler Staaten füllt, dann kann auch von den Medien keine neutrale Berichterstattung erwartet werden.
Fake-News gibt es schon lange.
Kriegsschmerz
Orientierungslosigkeit
Friedenstruppen???
Friedensgespräche???
John Kerry (rechts, Aussenminister USA) wollte, dass die Europäer Bodentruppen nach Syrien schicken. Assad habe Chemiewaffen gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt. Die Euripäer verlangten eine Untersuchung durch unabhängige Beobachter. Unter diesen war auch Carla del Ponte. Der Bericht der Untersucher wurde einige Monate später veröffentlicht. Es seien Chemiewaffen eingesetzt worden, diese würden aber aus westlichen Beständen stammen und seinen höchst wahrscheinliche von den Friedenstruppen (Freiheitskämper) eingesetzt worden. Die USA und Israel konnten nicht auf europäische Bodentruppen zählen. Der Krieg hielt aber weitere Jahre an und die Amerikaner und Israel bombardierten das Land von der Luft aus. Millionen Menschen sind Richtung Europa geflohen.
Und zum Schluss noch etwas kurioses. Die Zeit vergeht, vergeht sie wirklich? Zitat Böll: "Wir sitzen auf dem Sekundenzeiger, der die Vergangenheit von der Zukunft trennt und der Zeiger bewegt sich so schnell, dass wir seine Bewegung kaum erkennen." Die Wirklichkeit ist der Moment, die Kontemplation auf dem nicht materiellen Sekundenzeiger. Und wenn wir richtig tief über die Zeit nachdenken, dann merken wir, dass sie uns bloss als Spielball dient. Ein Ball der immer andere Formen und Farben annimmt. Mit dem wir konfrontiert und interagieren müssen. Das schöne an der Zeit ist aber, dass eine verpasste Gelegenheit immer wiederkehren kann. Die Zeit eine dem Tod geweihte Illusion, der phantastisch auf dem imaginären Sekundenzeiger Sitzende ist der ewige Herrscher über die Wirklichkeit. Nur erkennt er das nicht, weil er es durch seinen Körper nicht zu erfassen vermag.
Am Sonntag 4.3. 2018 verkündete der Spiegel die grosse Koalition.
"Große Koalition 2018Ja zur GroKo - was folgt nun?
Union und Sozialdemokraten haben jetzt die Große Koalition abgesegnet. Wie geht es weiter? Ein Überblick...."
Der Bericht über König Faruk in der obigen Spiegelausgabe, dürfte Heinrich Böll mitunter zum Schreiben über die verlorene Ehre der Katharina Blum bewegt haben. Die Zeit wirft uns immer wieder gleiche Spielbälle zu. Wir haben immer wieder die Chance es doch noch besser zu machen. So erbarmungslos und hoffnungslos ist also das Leben nicht.
PS:
Die Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins, waren der Grund weshalb die USA und ihre Verbündeten in den Irak einmarschierten. Massenvernichtungswaffen hat man bis heute, über 10 Jahre nach dem Krieg, keine gefunden. Es gab aber weit über 100`000 Kriegstote und Millionen von Flüchtlingen. Saddam wurde vor allem auch medial zum kranken und gefährlichen Despoten hochstilisiert. George Bush musste den Golfkrieg einleiten, um die Welt von den Massenvernichtungswaffen Saddams zu befreien? General Collin Powel hat vor der UNO-Vollversammlung Beweise für die Massenvernichtungswaffen vorgeführt. Die UNO-Mitglieder stimmten danach dem Krieg zu. Wenige Monate nach der Rede vor der UNO gab Collin Powel zu, dass er gelogen hatte.
Zitat aus der FAZ vom 9.9.2005 "Schandfleck meiner Karriere" 2003 sprach der frühere amerikanische Außenminister Powell vor dem UN-Sicherheitsrat über angebliche irakische Massenvernichtungswaffen. Nun hat er diesen Auftritt bedauert: „Es gab Leute beim Geheimdienst, die zu der Zeit wußten, daß einige der Quellen nicht verläßlich waren.“
https://www.welt.de/geschichte/article113393685/Als-Colin-Powell-seine-ungluecklichste-Rede-hielt.html
Die Wahrheit hat ein anderes Gesicht, nämlich folgendes.
Saddam Hussein wurde von den Amerikanern mit bewaffnet, um gegen den Iran Krieg zu führen. Im von den USA und UK etc. unterstützten Krieg von 1980-1988 starben über eine Million Menschen. Es wurde auch Senfgas (welches ebenfalls von den USA geliefert wurde) eingesetzt gegen Kurden und Iraner (beides Schiiten, die eine ähnliche Sprache sprechen. Israel fühlte sich einige Jahre später durch die Waffen des Iraks bedroht. Die USA sollten Saddam entwaffnen. Die US-Regierung kam den Forderungen der Israelfreundlichen Abgeordneten aber nicht nach. Es musste also anders vorgegangen werden.
In Kuwait wurden mit israelischem Geld Schrägbohrungen in irakische Oelfelder vorgenommen. Der irakischen Regierung wurde freundlicherweise Meldung gemacht, dass der Kuweit irakisches Oel angezapft habe. Saddam Hussein sprach bei der "befreundeten" amerikanischen Botschafterin vor, ob sie den Streit schlichten helfe. Die Botschafterin lehnte ab und sagte Saddam er müsse das Problem wohl mit militärischen Mitteln lösen, die USA würden sich nicht einmischen. Saddam vernichtete darauf die Grenznahen Oelförderungsplattformen auf kuwaitischen Boden. Im Spiegel und überall auf der Welt hiess es dann Saddam greift den Kuwait an.
Im Spiegel titelte man 1991 so
"Golfkrieg 1991Live dabei statt mittendrin
Großes Kino, inszeniert von der Alptraumfabrik des Pentagon: Die USA machten den Golfkrieg 1991 zum ersten Medienkrieg der Geschichte. Stefan Schickedanz geriet in Japan in den Sog der CNN-Berichterstattung - die ihn für kurze Zeit lehrte, die Präzisionsbombe zu lieben."
Wir sitzen im der warmen Stube und sehen uns einen Krieg an, als wäre es ein Hollywood-Film. Ein "sauberer" Krieg, in dem die Guten die Bösen präzise Vernichten?
Die wahren Hintergründe interessiert bei diesem Spektakel keinen. Millionen von zivilen Kriegstoten werden ausgeblendet, die Kriegsflüchtlinge sind eine Bedrohung für Europa und ein Milliardengeschäft für viele Gauner. (Schieber, Politiker-Sozialisten wie Nationalkoservative, Provitorientierte-Organisationen und NGO`s etc.)
Die wahren Hintergründe interessiert bei diesem Spektakel keinen. Millionen von zivilen Kriegstoten werden ausgeblendet, die Kriegsflüchtlinge sind eine Bedrohung für Europa und ein Milliardengeschäft für viele Gauner. (Schieber, Politiker-Sozialisten wie Nationalkoservative, Provitorientierte-Organisationen und NGO`s etc.)










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