Der Tod ist ein mühseliges Geschäft
Khaled Khalifa ist ein syrischer Schriftsteller, welcher das Land während dem ganzen Krieg nie verlassen hat. Der Roman "Der Tod ist ein mühseliges Geschäft" erzählt eine normale syrische Familiengeschichten in Zeiten des Krieges. Der Vater stirbt ungefähr 250 km von Aleppo entfernt. Die Familie (Söhne und eine Tochter) versammeln sich, um den toten Vater mit einem Minibus in seine Heimatstadt, in der Nähe von Aleppo, zu fahren und ihn dort zu beerdigen.
Und so fahren die drei Kinder von Checkpoint
zu checkpoint
zu checkpoint
zu checkpoint
zu checkpoint
zu checkpoint
So dauert die Fahrt statt gut zwei Stunden gleich mehrere Tage. Die Kinder sind existentiellen Gefahren ausgesetzt und die Leiche macht im Minibus sämtliche Verwesungsstadien durch. Was ist der Sinn des Lebens? Was gibt Halt, wenn Willkür und Chaos eine Scheinordnung an den Tag legen. Wem soll man trauen/glauben, wenn Regierung, Opposition, ausländische Söldner, lokale Warlords und vom Ausland (USA; Frankreich, Russland, Iran, Israel etc. unterstützte Gruppierungen mit modernsten Waffen ausgestattet), sich als korrupte, unberechenbare Wegelagerer gebären. Wie findet man noch Fuss unter dem Boden, wenn Vater und Vaterland verrotten?
Der angepasste Drückeberger (Bulbul// resp. Nabil) ist am Ende der Reise völlig zerstört.
Bulbul!/Nabil
Völlig desillusioniert, selbst zum lebenden Kadaver geworden, warum? Sein Vater war Mathematik Professor und träumte von der Revolution und der Befreiung der Palästinenser. Die Kinder sollte es besser haben, sie sollten studieren und einen Brotberuf wie Arzt, Anwalt oder Ingenieur erlernen. Nabil (übersetzt: Grossmügig, Edel). Nabil aber studierte die brotlose Philosophie, um die Welt zu verändern? Bereits im Studium, aber auch danach scheiterte er an der Realität, am Geldverdienen, an den Vorstellungen der Familie, am System. Der Krieg hielt ihm am Ende bloss sein persönliches Scheitern vor Augen.
Vom Geheimdienst angestellte Studenten verfassten Bericht über Professoren, welche zum kritischen und selbständigen Denken anregten. Die Prüfungsfragen konnten für Geld von den verbliebenen Professoren gekauft werden. Bulbul passte sich an, opponierte nicht. " Er wurde zu einem von vielen in der universitären Herde, nur bedacht darauf, sein Diplom zu erhalten und anschliessend eine Stelle zu finden. Er wurde bei einer Lager- und Kühlfirma angestellt...Eine stupide Arbeit, die keinerlei philosophische Kenntnisse verlangte. Neues Denken interessierte ihn nicht mehr. Er wurde zu einem mustergültigen Arbeiter..."
Nabil beerdigt seine Träume (Liebe) bereits als Student. Und wird so zu einem lebendigen Toten zu einer Zeit, als es noch keinen Krieg in Syrien gab.
Abdellatif entdeckt mitten im Krieg seine Rose, pflückt sie und erlebt die glücklichsten Tage seines Lebens.
Abdallatif
Ganz anders macht es sein Vater (Abdallatif) Nachdem seine Frau und der Eheman seiner grossen Liebe gestorben sind, offenbart er seine Liebe. Die Liebe beflügelt beide. Im Alter von über 60 Jahren pflegen sie Verwundete und schauen zum Friedhof. Obwohl überall Granaten fallen und der Hunger alltäglich ist sind sie so glücklich wie nie zuvor.
Die Liebe ist die einzige Kraft, die die Sinnlosigkeit des rein materiellen und rationalen Lebens zu überwinden vermag. Wer nicht lieben kann, ist bereits als noch Lebendiger gestorben.
Der Krieg der die dunklen Seiten des gierigen Menschen aufzeigt, ist die Erde in der die Liebe die grösste Kraft entfalten kann.
"Nevin war überrascht über sich selbst. Sie sprach mit viel Energie über ihr früheres Leben. Und Abdalllatif (Freund der Sanftmut) hörte ihr freundlich zu. Jeden Abend zündete er für sie Kerzen an, und gemeinsam richteten sie den Ort wieder her. Sie bewegten sich behende zwischen den Trümmern und küssten sich ausgiebig in den zerstörten, verlassenen Wohnungen, brachen sich vor Regengüssen unter den Zimmerdecken in Sicherheit hielten sich im Arm, als müssten sie sich gleich trennen und sie fann keine Zeit, nach Worten zu suchen, obwohl sie Worte mochten. Sie erlebten alle kleinen Dinge, die sie in ihrem Leben entbehrt hatten. Sie hungerten gemeinsam und mit den vielen anderen, sie kochten alle Arten Gras und erfanden Suppen aus Narzissenzwiebeln und ungiftigen Gräsern, sie wachtem mit grossem Eifer über das Salz und backten Brot aus Resten von Linsen, Kichererbsen und Bohnen oder aus irgendwelchen anderen Körnern, wenn , wie meistens, kein Mehl aufzutreiben war. Die Pfade, die den Ort mit dem nicht belagerten Nachbarort verbanden, bleiben geheim. Es waren wenige und enge Wege, auf denen man nur sehr kleinen an Medikamenten und Mehl transportieren konnte. Es gefiel ihnen nicht, das die Kämpfer das meiste Schmuggelgut an sich rafften, aber sie hatten nicht genügen Zeit , sich zu beschwerden oder, um eine Hand voll Mehl zu streiten. Sie arbeiteten mit grossem Eifer. Im Garten von Abdalllatifs Haus zogen sie Gemüse, das man trocknen konnte: Stangenbohnen Auberginen und Tomaten und ein wenig Weizen. Während einer Belagerung hat man nicht den Luxus der Wahl.
Die Geliebte Abdellatifs entdeckt das Glück mitten im Krieg!














Kommentare
Kommentar veröffentlichen